Pfarrerin Dr. Elfriede Dörr, Beauftragte für Ökumene und Fortbildung der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien über die dortige Lage und Fridays for Future in Hermannstadt/Sibiu

  • add Die Wahrnehmung des Klimawandels vor Ort

    "Mir ist es ein Rätsel, wieso in der rumänischen Öffentlichkeit die fortschreitende Wüstenbildung im eigenen Land, der Rückgang der Biodiversität und die zunehmend verheerenden Folgen der Abholzung der eigenen Wälder kein Thema ist. Gerade auch, weil die Menschen davon unmittelbar betroffen sind und man hier nicht weg sehen kann wie von den schmelzenden Gletschern in den Alpen oder den auf Eisstücken torkelnden Eisbären. Ich glaube einer der Gründe dafür ist die fehlende Umweltbildung in den Schulen.
    Nicht zuletzt deswegen fordert die rumänische Fridays for Future – Bewegung, Umweltbildung als Schulfach einzuführen. Damit haben die jungen Leute es bis in die Büros des Umweltministers geschafft."

  • add Forderungen zum Klimawandel

    "Die Jugendlichen von Fridays for Future aus Hermannstadt/Sibiu haben beschlossen, lokale Umweltthemen in ihre Forderungen aufzunehmen, also solche, die das Leben der Menschen unmittelbar beeinflussen. nach dem Motto „Think globally, act locally“. Erst als sie das taten, nämlich die Themen der Stadt ganz konkret auf Nachhaltigkeit in Augenschein zu nehmen, wurden die lokalen Politiker aufmerksam.
    Was mir auch Hoffnung macht, ist der schwache, aber wachsende Protest in der Zivilbevölkerung gegen die illegale Abholzung in den Urwäldern (und den anderen Wäldern natürlich auch), diesen so kostbaren Schätzen unserer Landes und Kontinentes. Wirkungsvoller wird der Protest, wenn die internationale Öffentlichkeit hier unterstützt. Auch hier ist die Vernetzung über Grenzen hinweg entscheidend für einen erfolgreichen Einsatz zur Bewahrung der Schöpfung."

  • add Kirchliches Engagement

    "Die Evangelische Kirche A.B. in Rumänien ist in verschiedene Richtungen aktiv. Sie arbeitet daran, die eigenen Gemeindeglieder und die Gemeinden für eine nachhaltige Lebensweise fit zu machen. Sie nimmt in ihr Fortbildungsprogramm für Pfarrer und Pfarrerinnen Themen der Schöpfungstheologie auf. Sie ist dabei, ein Kompetenzzentrum für die Bewahrung der Schöpfung in einer ihrer schönen Kirchenburgen zu beheimaten. Sie meldet sich bei akuten Fällen umweltzerstörerischer Projekte mit profilierten Stellungnahmen zu Wort, die in den letzten Jahren durchaus wirkungsmächtig waren. Sie vernetzt sich ökumenisch und international gerade auch in Fragen der Bewahrung der Schöpfung, sei es über European Christian Environmental Network (ECEN), sei es über den Lutherischen Weltbund, sei es über die Evangelische Kirche von Westfalen.
    Diese Prozesse hat Corona verlangsamt, aber nicht einfrieren können. Denn Vernetzung ist möglich, auch wenn man eingesperrt ist. Und die Corona-Kreativität brachte Umstellungen in der kirchlichen Arbeit, klug konzipiert und wirksam."

Die Umweltfibel von Pfarrerin Dörr ist auch online als pdf erhältlich:

https://hermannstadt.evang.ro/wp-content/uploads/2020/03/Geh-aus-mein-Herz.web_.pdf

 
Profilbild von Dr. Elfriede Dörr

Pfarrerin Dr. Elfriede Dörr, Beauftragte für Ökumene und Fortbildung der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien

 

Impressionen aus Rumänien: